Guter-Hirte-Brief-zum Sonntag Rogate

Guter – Hirte – Brief zum Sonntag Rogate

„Rogate“ ist ganz einfach die Aufforderung zum Gebet. Betet! heißt der Sonntag, der nun vor uns liegt. Aber beten wir nicht jeden Sonntag? Beten wir nicht jeden Tag?

rogateEin Gebet ist ein Gespräch mit Gott. Das kann auf den ersten Blick ein recht einseitiges Gespräch scheinen, denn Gott antwortet nicht so, wie ein menschlicher Gesprächspartner antworten würde. Und doch – wer sich auf das Gebet einlässt, kann die Wirkung spüren. Manchmal ganz unmittelbar, dass sich Probleme oder Klagen, deutlich ausgesprochen, gar nicht mehr so schlimm anfühlen. Die Erleichterung darüber, eine Sorge in Gottes Hand zu legen, lässt sich wirklich fühlen. Manchmal bringt ein Gebet auch Klarheit, vielleicht nicht gleich eine Lösung, aber die Sicht auf den nächsten Schritt.

Gott spricht anders als Menschen. Für Gottes Antworten brauche ich ein feines Gehör und die Bereitschaft, wirklich zu hören. Auf eines kann ich mich aber verlassen: Dass Gott hört. Jesus wird nicht müde, davon zu erzählen, wie wichtig Gott seine Kinder sind. Ein liebender Vater hört seinen Kindern zu, wenn er ihnen auch nicht gleich alle Wünsche erfüllen oder so erfüllen kann, wie die Kinder sich das vorstellen.

Gebet ist gewissermaßen ein Einzelgespräch, in dem ich meine persönlichen Gedanken vor Gott ausbreiten kann. Es gibt aber auch Gebete, die in der Gemeinschaft gesprochen werden. Das Bekannteste ist das Vaterunser. Vielleicht haben Sie in den letzten Wochen gemerkt, wie wichtig auch das gemeinsame Beten sein kann. Auch die Gebetsgemeinschaft trägt, sie verstärkt die Bitten im gemeinsamen Chor. Sie zeigt, dass ich nicht allein bin mit meinen Glauben, meiner Hoffnung und meinem Vertrauen auf Gottes Liebe und Güte.

Deshalb ist der Sonntag Rogate wichtig. Er erinnert uns an die Bedeutung des Gebetes. Er erinnert uns daran, dass wir nicht nachlassen sollen mit dem Gebet, auch wenn es scheinbar gar nichts bringt. So wie die bittende Witwe im Gleichnis, die hartnäckig darauf besteht, dass ihr zugehört werden muss. Haltet an im Gebet, empfiehlt auch Paulus seinen Gemeinden immer wieder.

Das Gebet verbindet uns nicht nur mit Gott, sondern auch über die Ferne mit denen, die uns nahestehen, die wie wir beten und Kraft aus diesem Gebet schöpfen.

Gebet

Du, unser Gott, erhörst unsere Gebete. Lass uns nicht aufhören, uns bittend an dich zu wenden in der Hoffnung auf deine Güte. Lehre uns so zu beten, dass es unseren Blick auf die Welt schärft: Lass uns erkennen, wann der Moment ist, dir zu danken. Hilf uns zu unterscheiden, wann man nur noch klagen kann und wann es hilft, dich um Kraft zur Veränderung zu bitten. Das bitten wir durch Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Segen

Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen. Amen.

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